Mit Sicherheit selbständig | 15.12.2009
Ich war noch nie wirklich fest angestellt, nur als Zivi und als studentische Hilfskraft. Deshalb kenne ich Festanstellungen hauptsächlich von der anderen Seite – als Unternehmer und Arbeitgeber.
Immer wieder höre ich von festangestellten Freunden, dass sie keinen Einfluss auf ihr Gehalt haben, dass sie ihre Leistung als mittelmäßig empfinden und dass sie insgesamt nicht das tun, was sie gerne tun würden. Und die Schlussfolgerung? Sie bleiben, wo sie sind.
Der meistgenannte Grund ist die Sicherheit. In Zeiten der Krise ist dies nur eine gefühlte Sicherheit – außer man ist schon sehr lange dabei _und_ hat Familie und Kinder. Aber auch dann ist das große Problem, dass man keinen Einfluss auf seine Situation hat. Als mittelständisches Unternehmen kann man fast alles rechtfertigen, durch kreative Umstrukturierungen und Verlagerungen jede Abteilung kleinreden oder schließen.
Wenn man selbständig ist trägt man Risiken – Kunden können abspringen oder pleite gehen, Lieferanten können einen hängen lasen und Produkte können fehlerhaft sein. Der Unterschied ist: Man ist selbst verantwortlich oder kann zumindest etwas bewirken. Wenn man zu wenig Kunden hat, muss man rechtzeitig akquirieren. Wenn etwas nicht fertig ist, kann man selbst dafür sorgen, dass es fertig wird (das geht vor allem im Softwarebereich). Das hat seine Grenzen – man ist von Investoren, Banken und der Leistung von Mitarbeitern abhängig. Aber in den meisten Fällen kann man beruhigt sagen: Ich bin selber schuld.
Ich glaube nicht, dass Selbständigkeit etwas für jeden ist. Aber ich glaube für jeden, der selbstbestimmt die Sachen machen möchte, die wirklich wichtig findet. Das ist die Grundlage, alles andere lässt sich lernen.
