Scheitern erlaubt? | 17.12.2009

Wie viele andere beobachte ich zur Zeit Kopenhagen. Und glaube inzwischen, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn es scheitert. Zumindest wäre es besser, als wenn es einen faulen Kompromiss gibt – und danach sieht es im Moment aus. Was wird passieren, wenn es eine Einigung gibt? Alle werden sich auf die Schultern klopfen und sagen “wir haben unsere Arbeit getan”. Eine solche Einigung kann aber nach jetzigem Stand weder eine Beschränkung für China enthalten noch einen relevanten Abbau in den USA.

Vielleicht wäre es besser, wenn die Einigung völlig scheitert, z.B. durch Blockade von kleinen Staaten oder vom afrikanischen Vertreter. Dann wäre die Möglichkeit da, von Nichtregierungsseite zu mobilisieren. Die staatlichen Vertreter müssten zugeben, dass sie nicht in der Lage waren, die wirklich wichtigen Themen wirklich anzugehen. Und es werden neue Formen der nicht-staatlichen Demokratisierung entstehen, gleichzeitig wird der Druck auf einzelne Regierungen massiv zunehmen.

Also: Ich glaube Kopenhagen ist eine einmalige Chance nicht nur für den Klimaschutz, sondern allgemeiner für ein globales Bewusstsein. Aber ein Scheitern, so schade es wäre, wäre ebenso eine Chance und besser als ein fauler Kompromiss.

Update: Kopenhagen ist gescheitert und das war nicht gut so. Die Audio-Protokolle sind erschreckend und zeigen die Hilflosigkeit der Mächtigsten.

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