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Besser schwierig! | 21.07.2010

Immer wieder lerne ich Entwickler kennen, als Praktikanten, Studenten oder auch Selbständige, die an sich gut oder auch sehr gut sind, die intelligent sind und schon etwas können, die aber eine Eigenschaft haben, die mich ärgert: Sie wollen es einfach haben. An sich suchen sie ein Beschäftigungsfeld, wo sie wenig Arbeit haben und viel Geld verdienen.

Das ist nicht mein Weg. Ich versuche bei einem Projekt nicht den Gewinn zu maximieren, sondern die Leistung. Am liebsten habe ich es, wenn ich vom Kunden ein Budget habe und überlege, was man mit diesem Budget den maximalen Effekt für diesen Kunden erziele. Meine Kunden wissen, dass sie sich darauf verlassen können, dass ich sie nicht bescheiße, denn als solches empfinde ich auch viele Selbständige. Ich werde pro Stunde bezahlt und lasse mir diese Stunden gut bezahlen. Da versuche ich das Maximum aus diesen Stunden zu erzielen.

Nur durch sichtbare Leistung erziele ich wirklich Erfolge, mit denen ich mich gut fühle und der Kunde auch, mit denen der Kunde zufrieden ist und mich weiterempfiehlt. In einem Restaurant ist dieser Effekt offensichtlich: Wenn ich in einem Restaurant versuche, den Gewinn zu maximieren, indem ich den Zutatenverbrauch minimiere oder billige Küchenkräfte einstelle, werde ich keinen langfristigen Erfolg haben.

Und ich denke das ist das wichtige: Der langfristige Erfolg. Viele Praktikanten wundern sich, dass das was ich mache doch erstaunlich schwer ist, dass ich Kunden und ihr Geschäft wirklich versuche zu verstehen, dass ich Software stark anpasse für den Kunden mit viel eigenem Code (“Wirklich selbst geschrieben? Boah. Nicht irgendwo kopiert? Soviel Text?”) und insgesamt mehr Aufwand treibe, um den maximalen Effekt zu erzielen. Und dass ich Software auseinandernehme um zu verstehen, wie sie wirklich funktioniert, dass ich auch theoretische Hintergründe versuche zu verstehen und auch mal einen Physikkurs an der Fernuni belege um zu verstehen, wie mein Kunde (ein Forschungszentrum) denkt.

Und meine Meinung ist: Es ist gut, dass es schwer ist.

Ich halte es für viel einfacher, mit schwierigen Sachen, mit wirklicher Leistung Erfolg zu haben als mit einfachen Sachen, böse gesagt mit vorgetäuschter Leistung. Klar, man kann Glück haben. Aber man muss nicht. Wenn man wirklich etwas kann, wirklich etwas leistet, wenn man dem Kunden etwas geben kann, was einen Unterschied macht, dann ist der Erfolg meiner Meinung nach zwingend. Dann wird es immer jemanden geben, der das erkennt und der das weiterträgt.

Ein leider anonymes Zitat:

“There are always two choices. Two paths to take. One is easy. And its only reward is that it’s easy.”

Übrigens lerne ich auch auch immer mal wieder Leute kennen, die so denken wie ich – Firmen und Personen. Man erkennt sie daran, dass sie öfters mit mir zusammenarbeiten.

TEDx Hamburg: Highlights | 28.05.2010

Die TEDx Hamburg war toll. In diesem Artikel will ich nicht alle Vorträge zusammenfassen, sondern nur meine Highlights herausstellen.

Über die Konferenz

Nur ganz kurz: Die Location war super (kannte ich nur von Tanzveranstaltungen), das Catering war gut (der Kaffee könnte besser sein, richtig guter Kaffee scheint aber ein Problem auf Konferenzen zu sein). Das Format der TEDx ist für seinen Zweck (inspirieren, anstoßen) sehr gut, die Talks gehen nicht so tief, können sich dafür aber auf einen Kernpunkt konzentrieren (bei einigen Vorträgen fragt man sich, ob es sich lohnt, die Vortragenden für 20 Minuten eingeflogen zu haben). Für das Networking wünscht man sich irgendein interaktives Format oder eine Ausstellung, ich vermute aber, dass die TEDx Lizenz das nicht zulässt. Beim Thema “Reboot the future” hätte ich noch mehr direkt auf Nachhaltigkeit bezogene Talks erwartet, da wären einige Talks auf dem WUD sehr passend gewesen.

Meine Highlights

Der Star der Show war – überraschend – Professor Ernst Pöppel, ein Neurowissenschaftler, der Modelle des Zeitverstehens erklärte und den derzeitigen Stand zeigte, wie wir die Gegenwart wahrnehmen und wie man das im Alltag auch feststellen kann – in der Musik oder in der Sprache. Dabei brachte er aber ganz nebenbei so viele Wahr- und Weisheiten in seinem Vortrag unter und war so unglaublich unterhaltsam, dass er eine Zugabe geben musste, wahrscheinlich etwas sehr seltenes auf einer TED-Konferenz.
Weiteres Highlight waren die Entrepreneure Jeroo Billimoria und Bart Weetjens, die einfach ganz normale Menschen waren. Auf vielen Konferenzen sprechen ganz fürchterlich wichtige Leute, die auch so gestylt sind. Diese beiden sind ganz normale Menschen “von nebenan”, die auch sagen, dass man einfach das nutzen muss, was man weiß und was gebraucht wird – und dann etwas draus macht. Beide nutzten ganz einfache Mittel (Telefone/Ratten), passten sie an lokale Gegebenheiten an, ließen sich nicht durch fehlende Unterstützung aufhalten und haben jetzt unheimliche Erfolg – und Wirkung.
Und das dritte Highlight war ein Video, das gezeigt wurde. Den Titel “Gaming can make a better world”  fand ich eher merkwürdig, aber Jane McGonigal ist einfach eine unglaublich tolle Rednerin und ihr Punkt hat auch Substanz, auch wenn sie überspitzt. Menschen sind unglaublich produktiv in Spielen und Menschen sind viel motivierter, etwas Herausragendes zu leisten, es auch immer und immer wieder zu probieren. In der realen Welt führen Probleme viel schneller zu Frustration, niemand versucht in der realen Welt einen “Epic Win”. Jane ist Spieledesignerin, einige ihrer Ideen aus World of Warcraft:
  • da sind viele, die uns helfen bei unserer Mission, die Welt zu retten
  • die Mission, die wir bekommen, passen zu unserem derzeitigen Level. Sie ist schwierig, aber nie zu schwierig
  • es gibt keine Tatenlosigkeit, keine Arbeitslosigkeit – immer ist etwas Wichtiges zu tun
  • die epische Story begründet, warum wir da sind, warum wir das machen, was wir machen.
  • positives Feedback: Man steigt Levels hoch und bekommt Boni
Ein paar Statistiken von der Sprecherin: Alle Spieler von WoW haben zusammen 5.93 Millionen Jahre in der Welt verbracht. Kinder haben heutzutage mit 21 Jahren 10.000 Stunden Spielerfahrung. Nach Jane entstehen so “Super-empowered hopeful individuals” mit vier Superkräften: Urgent Optimism, Social Fabric, Blissful productivity, Epic meaning.
Sehr schön finde ich “Urgent Optimism”: An epic win is always possible.
Das Ziel von Jane McGonigal sind Spiele, die die Welt wirklich verändern. Und ich glaube ihr, dass das geht: http://www.urgentevoke.com. Vielleicht zeigt ihr Ansatz aber auch Fehler in der realen Gesellschaft, vielleicht muss man Teile der Gesellschaft (Schule? Ausbildung? Sportvereine?) ein bisschen mehr wie ein Spiel aufbauen. Ich bin da vorsichtig und ja in Schule und Ausbildung immer eher der Meinung, dass Lernen keine Dienstleistung sein kann (“lern mich mal was”), sondern sich Schüler alles selbst erarbeiten müssen. Aber vielleicht sollte man ihnen immer etwas geben, was auf ihrem Level ist, ihnen ein episches Ziel geben und reichlich positives Feedback.

Die abstrakte Ebene

Ich denke das abstrakte Thema dieser Konferenz war, wie man verändernde Kräfte aufbaut. Wie man:
  • Was es für Grundlagen für Innovationen gibt (Pöppel, Barlow)
  • Wie man Ideen für Veränderung entwickelt (Putz, Kufus, Sauter, McGonigal)
  • und wie man dann einfach startet und durchhält (Billimoria, Weetjens, Hill, Schierhorn)
Im Sinne von “Reboot the future”: Gelungen!

Covey über Gandhi | 24.03.2008

Beginnen wir mit zwei Schwergewichten: Eine Aussage von Stephen R. Covey (“the 7 habits”) über einen seiner “Helden”, über jemanden, der wirklich die Welt verändert hat: Mahatma Gandhi. Ein Zitat eines Zitates:

Let the first act of every morning be to make the following resolve for the day:

  • I shall not fear anyone on Earth.
  • I shall fear only God.
  • I shall not bear ill will toward anyone.
  • I shall not submit to injustice from anyone.
  • I shall conquer untruth by truth. And in resisting untruth, I shall put up with all suffering.

- Mahatma Gandhi

Das Großartige an Gandhi war, dass er sehr menschlich war. Er war erst bereit Gewalt anzuwenden, um Gerechtigkeit zu erlangen und stoppte sich dann selbst: Es ist nicht richtig.

Covey betont zwei Aspekte von Gandhi:

  • Gandhi hatte keine formale Authorität, keine Position. Er entwickelte eine (unglaublich starke) moralische Autorität und damit einen Führungsanspruch ausserhalb der Systeme.
  • Der Weg von Gandhi war ein “dritter Weg”. Alle anderen kämpften oder flüchteten während Gandhi den dritten Weg, die Satyagraha erfand, der letztendlich zur Unabhängigkeit Indiens führte.

A fresh start | 22.03.2008

Hiermit starte ich meinen Blog neu. Das neue Thema: “The search for meta-value.”

Werte werden geschaffen mit Konzepten, Produkten, Projektergebnissen. Einen Meta-Wert hat all das für mich, was hilft, solche Werte zu erschaffen – also Konzepte für die Entwicklung von Konzepten, Patterns, Abstrakte Strategien. Auch dieses Blog soll einen Meta-Wert haben, ist aber vor allem eine Sammlung dessen, was mich umtreibt, klein oder groß. Man könnte sagen:

About me and what I care about.

Das neue Design, vor allem das schöne Bild, ist von Anne von Erhardt, die bei uns Praktikantin war. Danke!