Posts about Nachhaltigkeit

TedX Berlin Personal Review | 16.11.2010

 

Yesterday, I was at TedXBerlin. It was my second TedX Conference after the TedXHamburg this year. And again it was a great experience, there were great talks (and only few mediocre ones). After the conference I feel so much positive energy to do the right things – just the right mood to start the planning of the next year :-) In Germany many people are moaning and lamenting at a very high level. And speaking about social issues, they keep waiting and pointing at governments and banks. I found it fascinating that at TedX, no one called for regulations or governmental actions. Instead, they called for fair markets and entrepreneurship, for private initiative.
So, all talks will be online as videos, but for now, what were the highlights for me? In sum, the talks that really got me were all about structure and communication. Very interesting: These are the things I could also provide – from my safe place here in Germany, with my company and network.

Simon Berry: Colalife

The organizers of TedXBerlin always try to find projects and people that are surprising to the audience and this was one of the talks my feeling was: I should have heard about it. Colalife is the idea to use the distribution chain of Coca Cola to bring medicine to the most inaccessible areas. Because at the moment, at this places you’ll find no medicine, but Coca Cola. What was most interesting for me was the fact that to make this model work, needs have to be transformed into demand, and the supply chain has to have a benefit for all distributors. Read more on http://www.colalife.org

Sugata Mitra: The child-driven education (video)

At tedxhamburg I was sceptic about the video presentations. But they were great, and this one was also. I knew about the “hole in the wall”-concept where computers with internet but without instruction were left in areas which no teacher can reach (India). It appears that the kids will teach themselves to use the computer and the internet to learn. But this talk showed that even more difficult tasks could be solved by kids with a computer, without knowing English at all. See for yourself.

Sir Ken Robinson: Bring on the learning revolution (video)

This was just a great speaker, but also with important points: He claims for de-industrialization of education. Instead of the linear model of “producing” educated people, we should move to a model based more on principles of agriculture, creating condition under which people will flourish. This is just great because it’s the opposite of what many countries (including Germany) try to do. Sir Robinson ends with a poem, concluding: “[...] every day, everywhere, our children spread their dreams beneath our feet. And we should tread softly”. The video.

Maha Alusi: Moments of happiness

Someone on twitter (@chartmann) said: “Maha Alusi made my day”. And that’s it, she’s a great storyteller. I’m not. So please wait for the video.

Maritta v. B. Koch-Weser: Wake up call for rainforest markets

This was one call for a market structure for rainforest products. Also very interesting that this really is the way to prevent further rainforest deforestation.

Jessica Jackley: Poverty, Money and Love (video)

Very emotional talk about the relationship of “the poor” and “the rich” and the great platform kiva.org. The video.

Other great talks

With my email inbox filling up, I have to close this short review. The scientific talks were also great:
  • Achim Peters: Examining the reasons for obesity, hardware and software failures in the amygdala (hey, something biological in my language)
  • Philipp Selenko: About molecular architecture
But also the short talks about specific applications are worth mentioning:
  • Raul Krauthausen: Wheelmap.org – an online service to mark restaurants and other facilities as handicapped accessible. In Ahrensburg everything is grey…
  • Sebastian Dittmann: Soundprism – with this tool even I could understood harmonics, it visually shows the coherences. Not enough reasons to buy an iPad, though. Android please!

And a choir!

As a former (or to say occasional?) choir singer, I was sceptic about the last talk, “Broadening the Scope of Choral Music”. But Simon Halsey, principal conductor of the Rundfunkchor Berlin, managed a 450 people audience to sing Carmina Burana. In 18 minutes. He really showed some important aspects of choir singing in that time. What was really great to see was that this man just has the right job.

 

Design thinking könnte den Unterschied machen | 15.05.2010

Al Gore rief einmal in einer Rede Designer dazu auf, eine aktive Rolle zu übernehmen. Die Aussage war, dass die Fakten klar seien und dass jetzt die Botschaft transportiert werden müsse.

Mit der Entwicklung der Begriffe “Experience Design”, “Service Design” und schließlich “Design thinking” in den letzten Jahren wurde klarer, dass Design als Profession insgesamt eine aktivere Rolle bekommt. Design ist keine Disziplin, die “Sachen hübschmacht”.

Kommunikationsdesigner und Informationsarchitekten haben eine Gemeinsamkeit in der Vorgehensweise: Sie analysieren ein System, versuchen es zu verstehen und machen sich dann frei, um eine neue Lösung zu entwickeln.

Dies ist sehr häufig das Gegenteil von der ökonomischen Herangehensweise: Ein BWLer wird immer versuchen, ein System effizienter zu machen – ein bißchen besser, kosteneffizienter, schneller. Eine Veränderung muss kontrolliert und vorhersehbar sein. Das erste, was ich in BWL gelernt habe war das ökonomische Prinzip, in Verbindung mit der Aussage, dass man nur entweder nach dem Minimalprinzip (Aufwandsminimierung) oder nach dem Maximalprinzip (Nutzenmaximierung) vorgehen könne.

Auf diese Weise erreicht man Verbesserung, ohne Frage, eventuell sogar eine große Verbesserung. Aber keine wirkliche Veränderung. Mit effizienteren Autos, die genauso viele Pferdestärken (oder sogar mehr) mit weniger Benzin erzeugen, verändern wir nicht die Welt. Dafür müssen wir über alternative Antriebsformen, eine alternative Organisation des Transportes, über alternative Formen des Lebens nachdenken. Und wenn man in die Kosten-/Nutzen-Relation dann ökologische Kriterien mit aufnimmt ist es dann möglich, gleiche oder eben auch bessere Ergebnisse mit gar keinen Kosten für die Umwelt zu erzielen.

Ein Vorreiter in der Entwicklung von solchen Produkten ist EPEA mit ihrem “cradle to cradle”-Prinzip: EPEA entwickelt gemeinsam mit der Industrie Produkte, die ausschließlich mit zyklischen Nährstoffkreisläufen arbeiten – so wie die Natur. Das Grundprinzip von EPEA ist: Nicht effizienter machen, sondern neu denken, im Sinne von wirklicher Nachhaltigkeit.

Design ist also nicht nur ein Mittel der Kommunikation, sondern auch ein Denkansatz, um wirkliche Veränderung herbeizuführen. Design thinking könnte der Baustein sein, der fehlt, um die Zukunft wirklich zu ändern.

Scheitern erlaubt? | 17.12.2009

Wie viele andere beobachte ich zur Zeit Kopenhagen. Und glaube inzwischen, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn es scheitert. Zumindest wäre es besser, als wenn es einen faulen Kompromiss gibt – und danach sieht es im Moment aus. Was wird passieren, wenn es eine Einigung gibt? Alle werden sich auf die Schultern klopfen und sagen “wir haben unsere Arbeit getan”. Eine solche Einigung kann aber nach jetzigem Stand weder eine Beschränkung für China enthalten noch einen relevanten Abbau in den USA.

Vielleicht wäre es besser, wenn die Einigung völlig scheitert, z.B. durch Blockade von kleinen Staaten oder vom afrikanischen Vertreter. Dann wäre die Möglichkeit da, von Nichtregierungsseite zu mobilisieren. Die staatlichen Vertreter müssten zugeben, dass sie nicht in der Lage waren, die wirklich wichtigen Themen wirklich anzugehen. Und es werden neue Formen der nicht-staatlichen Demokratisierung entstehen, gleichzeitig wird der Druck auf einzelne Regierungen massiv zunehmen.

Also: Ich glaube Kopenhagen ist eine einmalige Chance nicht nur für den Klimaschutz, sondern allgemeiner für ein globales Bewusstsein. Aber ein Scheitern, so schade es wäre, wäre ebenso eine Chance und besser als ein fauler Kompromiss.

Update: Kopenhagen ist gescheitert und das war nicht gut so. Die Audio-Protokolle sind erschreckend und zeigen die Hilflosigkeit der Mächtigsten.

Was ist wirklich wichtig? | 20.11.2009

Der Nachhaltigkeits-Track auf dem WUD hat mich selbst wieder auf das Thema Nachhaltigkeit gebracht. Sehr wichtig fand ich auch, dass auf dem WUD unheimlich viele Leute mit positiver Energie waren – die Designer, Usability-Experten und Informationsarchitekten wollen in ihren Projekten etwas verändern, sie wollen eben nicht mit dem Status Quo leben.

Ich glaube ja, dass man seine Arbeit so gestalten sollte, dass man wirklich einen positiven Unterschied macht. Und ich bin umgeben von Menschen, die einen Unterschied machen können. Von Designern, Entwicklern, Ingenieuren, Konzeptionern, langfristig denkenden Ökonomen.

Was ist zu tun? Direkt arbeiten wir schon auf mehreren Fronten: Wir machen Kommunikations- und Prozessberatung für Organisationen – wir machen Organisationen effektiver. Organisationen sind ein aktiver Bestandteil der Gesellschaft und machen einen Unterschied bei der Vermittlung von Werten. Weitere Thema ist die Vermittlung von Wissen und Werten. Ich denke hier geht es neben globalen Kampagnen vor allem um lokale Entwicklung: Wir arbeiten mit Schulen, dies würde ich gerne mit Schülerprojekten und Juniorfirmen ausbauen. Wir arbeiten mit lokalen Organisationen an Chancen für behinderte Menschen.

Was fehlt ist noch Aktivität im Bereich von Unternehmen. Hier geht es um die Effizienz von bestehenden Prozessen (grüne Druckproduktion, Umweltmanagement, Abfallreduktion, Logistikoptimierung, Open Source). Aber eben noch mehr um die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen, Produkten und Services (Innovationsmanagement, Kooperationen, neue Medienformen, Mietmodelle).

Ich glaube, Unternehmen haben die größten Handlungsmöglichkeiten. Ich glaube auch, dass man als Unternehmen die professionellste Leistung entwickeln kann. Es gibt viel zu tun. Wir können auch viel tun.

Ich denke, der erste Schritt ist die Entwicklung einer positiven Zukunftsutopie.

Design und Nachhaltigkeit | 20.11.2009

Auf dem World Usability Day gab es ein Thema: “Designing for a sustainable future”. Und der dazugehörige Track in Hamburg war wirklich inspirierend – vielen Dank an die Organisatoren, die das Thema Usability hier stark aufgebrochen haben und mehrere Vorträge organisiert hatten, die gezeigt haben, wie das Design eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von wichtigen Inhalten, bei der Entwicklung von Produkten und Services sowie bei der Vermittlung eines positiven Bildes der Zukunft spielen kann.

Eine tolle Anregung, sein eigenes Handeln zu reflektieren und auszurichten.