Modulare Markenarchitektur durch navigierbare Markenattribute | 18.05.2009

Arne Kittler (Fork Unstable Media) hat auf der IA Konferenz am 16.5.2009 in Hamburg einen interessanten Vortrag gehalten, den ich im Kern richtig finde, wo ich aber eine notwendige Erweiterung sehe.

Ich bin absolut kein Markenspezialist (bin Wirtschaftsinformatiker und arbeite meist für Organisationen und Gewerkschaften), aber ich interessiere mich sehr für die strategische, d.h. vor allem zielorientierte, Konzeption von Benutzerinterfaces. Arne beschreibt in seinem Vortrag die Idee einer modularen Markenarchitektur und zeigt dafür Produktportfolios, die nicht streng hierarchisch, sondern in mehreren Dimensionen navigierbar sind – etwas, was wie er richtig sagt, in Shops selbstverständlich ist. Das finde ich sehr benutzerorientiert gedacht, ich glaube aber, dass für die Markenkommunikation noch eine Erweiterung zu dem Shop-Produkt-Filter-Paradigma notwendig ist: Die Navigierbarkeit von markenübergreifenden Markenattributen.

Ich verstehe Markenarchitektur als (meist hierarchische) Konstruktion von Markenzusammenhängen. Jede der großen Marken hat mehrere Untermarken, die relativ eigenständig auftreten, aber den Zusammenhang wahren. Die Einteilung in Untermarken soll glaube ich vor allem Zielgruppen trennen, erscheint häufig aber auch rein organisatorisch bedingt.

Dies führt im Web zu solchen Produktportfolios:
- Nivea
- BMW
- Sony

Klare Markenhierarchie, klare Produktzuordnung. Jede der Untermarken hat beinhaltet unterschiedliche Produktattribute: Anwendungsgebiet (“Basketball”, “Sonnenschutz”, “Fernseher”), Umweltverträglichkeit, aber auch weichere Markenattribute: Zielgruppe (“sportlich”, “männlich”), und weitere projizierte Eigenschaften (“performance”, “old school”).

Die Frage ist die Zielsetzung: Die Beispiele, insbesondere Nivea, haben genau die Zielsetzung die unterschiedlichen Marken zu erklären und nicht, die Produkte möglichst einfach zugänglich zu machen. Für das letztere Ziel wäre eine Produktattribut-orientierte Filterfunktion wie von Arne vorgeschlagen genau richtig. Dies würde allerdings die Sichtbarkeit der Marken reduzieren. Aber ich glaube auch der Transport der Markenattribute wäre durch eine mehrdimensionale Navigation möglich.

Meine Vorstellung einer modularen Markenarchitektur wäre, die Teilmarken zumindest teilweise aufzulösen und die unterschiedlichen Attribute navigierbar zu machen. Dies sind nur zum Teil die tatsächlichen “harten” Produktttribute (“Größe des Bildschirms”, “Geländegängigkeit”, “Kategorie”) und zu einem anderen Teil eben die Markenattribute (“sportlich”, “old school”, “Sommer”). Diese können dann markenunabhängig navigiert werden.

Wie könnte das in der Praxis im Web aussehen? Vielleicht

  • zusätzliche Einstiegsbereiche (Querbezüge)
  • Filternavigation mit Tagclouds für die Markenattribute
  • Näherungswolke mit individuellen Eingaben (man wählt mehrere Attribute aus und es erscheinen  Produkte als Wolke um diese Attribute herum.

Hier müsste man zusammen weiterdenken, an einem konkreteren Beispiel. Wichtig dabei ist eine sehr interaktive, intuitive Navigation, die auch die Markenattribute unterstützt, um eine technische Anmutung zu vermeiden und eben die Qualitäten der Marke zu vertreten. Schön wären zum Beispiel kombinierbare Bilderwelten für die unterschiedlichen Dimensionen…

Arne sagt: “Werbung festigt eindimensionale Bezüge” – wie könnte eine modulare Markenarchitektur in anderen Medien aussehen? An sich auch die Konzentration auf die übergreifenden, kombinierbaren Markenattribute statt auf die einzelnen Marken.

Klar ist aber, dass eine völlige Auflösung von Marken im Moment nicht möglich ist, aber auch nicht nötig. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit für eine benutzerorientiertere Produktdarstellung, aber auch eine Möglichkeit des besseren Transports von Markenattributen.

Fazit zur IA Konferenz | 18.05.2009

Ich war am Wochenende auf der IA Konferenz, leider nur am Samstag (der Geburtstag meiner Mutter war mir auch wichtig :-). Mein Fazit ist: Interessant, aber anders als gedacht.

Die Vorträge hatten durchaus unterschiedliche Qualität. Sehr gut war erwartungsgemäß die Keynote von Louis Rosenfeld. Diese war wirklich inspirierend, ich habe gleich danach nach Anwendungsmöglichkeiten und Tools gesucht (und ich sehe da auch eine Produktlücke, zwischen klassischen Webanalysetools und Excel fehlt mir etwas, das vielleicht nur WebTrends Enterprise erfüllt).

Gut, weil es ein neuartiger Anstoß war, fand ich Arne Kittler, auch die Anwendung von IA-Tools für die Betrachtung von Geschäftsprozessen von Bogo Vatovec war inspirierend. Ich kenne als Wirtschaftsinformatiker auch die andere Seite, die sich tatsächlich auch teilweise mit ihren Methoden einschränkt. Die prinzipielle Orientierung auf Benutzer und Reduktion, die Informationsarchitekten haben, kann ich mir gut auch in Prozessoptimierungs-Projekten vorstellen.

Insgesamt fand ich, dass es überraschend wenig Informationsarchitektur-Themen gab. Vielleicht habe ich auch eine komische Auswahl an Vorträgen getroffen, aber da war doch auch viel Konzentration auf die angrenzenden Themen UXD, UCD und Projektmanagement. Nichts dagegen – aber auf einer IA Konferenz hatte ich mehr Ideen für Informationsstrukturen und grundsätzliche Website-Konzeption erwartet.

Auf jeden Fall war ich zufrieden, großes Lob an die Organisatoren. Ich überlege, auf die euroia im September zu fahren (in dem Monat ist allerdings auch die DZUG Tagung in München), vielleicht erzählt Bouvet dort etwas über ihre Topic Map Portals… da gibt es bisher nämlich nur Informationen auf Norwegisch zu…

Test von Online-PM-Tools | 14.05.2009

Gestern habe ich unterschiedliche Online-PM-Tools getestet. Mache ich irgendwie alle drei Monate. Fazit: Das ideale Tool gibt es nicht, ich habe aber im Moment auch keine Zeit, mir etwas auszudenken. Am vollständigsten für meine Anforderungen wäre Intervals, das ist aber doch recht umständlich aufgebaut, vermutlich wegen der erweiterten Features, die Filtern und Suchen in jedem Screen erlauben. Ein schnelles Anlegen von Milestones und Tasks ist so leider nicht möglich. Wirklich gut ist auch OnStage, leider hat es gar keine Zeitkomponente. 5pm ist spannend, hat einen ganz anderen Aufbau, erscheint mir aber für viele gleichzeitige Projekte ungeeignet. Insgesamt scheint es mir, dass die meisten Tools für wenige sehr komplexe Projekte gedacht sind. Wir haben aber eher viele kleine.

Natürlich habe ich auch Open Source-Tools getestet (Dotproject, ProjectPier, Streber). Erschienen alle nicht tauglich.

Unsere Wahl fällt daher erst einmal auf Basecamp: Sehr einfach und übersichtlich, kann sicherlich nicht alles, vor allem im Bereich Reports (es gibt gar keine Clients, deswegen auch keine Auswertung auf Clients). Die relativ wenigen Features, die es hat, sind aber sehr durchdacht.

Intervals:

http://atw.timetask.com/

Kann alles, etwas unübersichtlich, nicht sehr “Web 2.0″

Teamwork Live:

https://www.teamworklive.com

Hmm, keine Clients

Basecamp:

http://atw.basecamphq.com/

Sehr einfache Tasks (keine Details, keine Termine), sehr einfaches Tracking

5pm:

http://atw.5pmweb.com

Keine Task-Übersichten, gute Benutzbarkeit, “komischer” Aufbau

OnStage:

http://atw.onstageportal.com

Nicht schlecht, keine Zeitplanung, kein Timetracking

Meine zweite Tochter | 29.04.2009

Meine zweite Tochter wurde heute geboren. Amelie Haerani Adiwidjaja, 51cm, 3200g, geboren um 15:30 Uhr in Bad Oldesloe.

http://amelie.adiwidjaja.com/

SilverStripe – CMS+MVC | 13.01.2009

Mein Artikel für die c’t wurde doch ziemlich gekürzt und geändert – die theoretischen Teile wurden durch praktische ersetzt. Hiermit veröffentliche ich die nicht enthaltenen Teile meines ursprünglichen Artikels.

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